Aus EIN mach ZWEI – Teilung der Studiengänge Historische und Systematische Musikwissenschaft

Von Vera Komeyer

Die Musik­wis­senschaft trat und tritt in der Lehrtra­di­tion deutsch­er Uni­ver­sitäten häu­fig als Ein­heit auf. Gui­do Adler hinge­gen stellte bere­its 1885 die Musik­wis­senschaft als Fachge­bi­et dar, welch­es sich auf zwei Säulen stützt, der His­torischen und Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft.1 Obwohl alle Teil­bere­iche die wis­senschaftlich-the­o­retis­che Beschäf­ti­gung mit Musik im Fokus haben, passiert dies doch mit je ganz eige­nen Schw­er­punk­ten, Blick­winkeln und Methoden.

Das Musik­wis­senschaftliche Insti­tut in Ham­burg erkan­nte bere­its 1970 die Entwick­lung der Fachzweige hin „zu eige­nen Diszi­plinen mit beson­deren Forschungsmeth­o­d­en“. Obwohl es damals einen his­torischen Fokus in der Ham­burg­er Musik­wis­senschaft gab, inter­essierten sich die Studieren­den anhal­tend auch für deren sys­tem­a­tis­chen Aspek­te.2 Dieser Wiss­be­gierde kon­nte zwar nachge­gan­gen wer­den, allerd­ings nur in ergänzen­der Arbeit zum his­torischen Fokus des Stu­di­en­gangs. Das damals schmalere Lehrange­bot in der Sys­tem­atik schränk­te dabei die Möglichkeit­en ein. Außer­dem erforderte der „große stof­fliche Umfang“ bei­der Gebi­ete einen großen Mehraufwand.3

 

Abbil­dung 1: Erster Antrag zur Teilung der Stu­di­engänge, 25. Mai 1970, S. 1
Abbil­dung 2: Erster Antrag zur Teilung der Stu­di­engänge, 25. Mai 1970, S. 2

Dies machte aus Sicht des dama­li­gen Lehrkör­pers eine Teilung des Stu­di­en­gangs Musik­wis­senschaft in die bei­den getren­nten Stu­di­engänge His­torische und Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft notwendig. Doch wie kon­nte eine solche Teilung umge­set­zt wer­den? Der nach­fol­gende Text wid­met sich im ersten Abschnitt in zeitlich chro­nol­o­gis­ch­er Abfolge den for­mal notwendi­gen Schrit­ten der Teilung (s. Abb. 1 & 24). Es fol­gt eine Darstel­lung der inhaltlichen Entwick­lung der Stu­dienord­nun­gen vor, während und nach der Auf­s­pal­tung, bevor ein detail­liert­er Blick auf konkrete Stu­di­en­in­halte gewor­fen wird. Hier soll die Entwick­lung der Lehrin­halte vor und nach der Stu­di­en­gangstren­nung und die Rolle der Lehrper­so­n­en im Fokus stehen.

 

Spurensuche im bürokratischen Labyrinth – Ablauf der Studiengangsteilung
Abbil­dung 3: Ablauf der bürokratis­chen Schritte zur Teilung der Studiengänge

Ein Pro­tokoll des Insti­tut­srats des Musik­wis­senschaftlichen Insti­tuts vom 3. März 1970 doku­men­tierte zum ersten Mal den Plan, die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft zu verselb­ständi­gen (s. Abb. 35). In Folge eines ein­stim­mi­gen Beschlusses im Insti­tut­srat sendete Prof. Dr. Georg von Dadelsen als geschäfts­führen­der Direk­tor am 25. Mai 1970 den ersten Antrag zur Teilung der Stu­di­engänge an den Fach­bere­ich­srat Kul­turgeschichte und Kul­turkunde.6 Wegen man­gel­nder Fortschritte in der Antragsstel­lung bis Ende Okto­ber 1970 sollte von Dadelsen im Auf­trag des Insti­tut­srats die Teilung durch ein Schreiben an den Fach­bere­ich beschle­u­ni­gen und auf Bedenken aus anderen Fach­bere­ichen einge­hen.7 Jedoch bewirk­ten wed­er der Antrag vom Mai 1970 noch das Schreiben vom Okto­ber 1970 eine Reak­tion des eige­nen Fach­bere­ichs zum Stand der Dinge. Aus diesem Grund wollte der Insti­tut­srat Anfang Juli 1971 erneut schriftlich beim Fach­bere­ich­srat die Lage erfra­gen und klären, ob es neue Stel­lung­nah­men zum Antrag aus den anderen Fach­bere­ichen gäbe. Kurz vor Wei­h­nacht­en 1971 berichtete dann der neue kom­mis­sarische geschäfts­führende Direk­tor Prof. Dr. Con­stan­tin Floros, dass der Prozess nach wie vor durch ausste­hende Äußerun­gen und Bedenken aus anderen Fach­bere­ichen verzögert würde. Deshalb wollte man sich Ende April 1972 mit den Vor­sitzen­den des gemein­samen Auss­chuss­es der Fach­bere­iche zusam­menset­zen. Erst Ende April 1973 stimmte der Fach­bere­ich Kul­turgeschichte und Kul­turkunde in Abstim­mung mit den anderen Fach­bere­ichen dem Antrag zur Teilung der Stu­di­engänge schließlich zu.

Die näch­ste Instanz, der Sen­at­sauss­chuss für Forschung und wis­senschaftlichen Nach­wuchs,8 lehnte den Antrag im Jan­u­ar 1974 jedoch ab.9 Wiederum ein neuer Antrag des Insti­tut­srats sollte die Argu­mente des Auss­chuss­es entkräften. Zudem wurde darum gebeten, Dr. Peter Petersen als Vertreter der Musik­wis­senschaft zur rel­e­van­ten Sitzung des Auss­chuss­es einzu­laden.10 Durch diese Maß­nah­men stimmte der Akademis­che Sen­at schließlich am 2. Dezem­ber 1974 der Teilung des Stu­di­en­gangs Musik­wis­senschaft in die bei­den Stu­di­engänge His­torische und Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft zu.

Nach der Darstel­lung der notwendi­gen rechtlichen und bürokratis­chen Schritte für die Ein­führung des eige­nen Stu­di­en­gangs Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft soll nun die Entwick­lung der groben inhaltlich-struk­turellen Aspek­te der Teilung erläutert werden.

Emanzipation der Systematischen Musikwissenschaft in der Studienordnung

Eine Stu­dienord­nung bildet das Gerüst eines Stu­di­en­gangs. Sie bein­hal­tet Auf­nah­mekri­te­rien, eine emp­foh­lene oder vorgegebene Stu­di­en­struk­tur und liefert den groben inhaltlichen Rah­men – zumin­d­est seit 1969. Vorher wur­den inhaltliche und struk­turelle Vor­gaben meist mündlich oder in soge­nan­nten Stu­di­en­führern, kleinen Merkheften für Studierende mit Infor­ma­tio­nen rund um die Uni­ver­sität, weit­ergegeben.11

Im Stu­di­en­führer von 1967 schrieb von Dadelsen ganz klar, dass der Fokus des musik­wis­senschaftlichen Stu­di­en­gangs auf der Musikgeschichte liege.12 Nach einem vierse­mes­tri­gen Grund­studi­um mit Pros­em­inaren beispiel­sweise zur „Geschichte des Instru­mentalkonz­erts“, „Übun­gen zur Motette um 1500“, „Übun­gen zu den Klavier­w­erken J. S. Bachs“ oder auch ein­er „Ein­führung in den gre­go­ri­an­is­chen Choral“,13 kon­nte bei erfol­gre­ich­er Zwis­chen­prü­fung zum vierse­mes­tri­gen Haupt­studi­um überge­gan­gen wer­den.14 Dessen Hauptver­anstal­tungs­form, die Haupt­sem­inare, boten u. a. „Ästhetik der Oper“, „Tro­pus und Sequenz“, „Rhyth­mis­che und har­monis­che Prob­leme der Musik seit 1900“ oder „Bachs Par­o­diev­er­fahren“ an.15 Ergänzend erwarteten die Lehren­den von den Studieren­den den Besuch von Vor­lesun­gen und weit­eren Sem­i­naren,16 deren Inhalte von „Beethovens Stre­ichquar­tett“ bis zur „Analyse aus­gewählter Werke der atonalen Musik“ reicht­en.17 Die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft wurde hinge­gen nur als Spezial­ge­bi­et gepflegt und galt nicht als eigenes Prü­fungs­fach.18 Eine sys­tem­a­tis­che Abschlus­sar­beit war indes möglich, diese Spezial­isierung wurde aber erst nach dem Grund­studi­um emp­fohlen.19

Zwis­chen diesen Richtlin­ien vom Ende der 1960er Jahre und der ersten Stu­dienord­nung für die bei­den getren­nt studier­baren Fäch­er His­torische und Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft im Win­terse­mes­ter 1975/1976 zeigten ver­schiedene Entwürfe von Stu­dienord­nun­gen ein prozesshaftes Umdenken in der Fachauf­fas­sung. Die his­torische Sichtweise der 1960er Jahre auf die Musik­wis­senschaft wich bere­its 1970, dem Jahr des ersten Teilungsantrags, ein­er immer gle­ich­w­er­tigeren Betra­ch­tung der Fächerzweige.20 Dieses Umdenken zeigte sich ein­er­seits im Umfang der Darstel­lung der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft (ein Absatz in der Stu­dienord­nung von 1966 im Ver­gle­ich zu einem eige­nen Kapi­tel ab 1970). Ander­er­seits erlaubten die inhaltlichen Vor­gaben der Stu­dienord­nungsen­twürfe nun nicht mehr nur vor­rangig his­torische The­men, son­dern ein Spek­trum von ein­er geschichtlichen Betra­ch­tung bis zu ein­er akustisch, physikalis­chen Sichtweise auf Musik.21 Nach der Bewil­li­gung der bei­den geteil­ten Stu­di­engänge His­torische und Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft im Dezem­ber 1974 gipfelte diese Entwick­lung in ein­er Stu­dienord­nung für das Win­terse­mes­ter 1975/1976, die bei­de eigen­ständi­gen Fäch­er gle­ich­berechtigt behan­delte. Dabei waren sie nur noch durch eine Empfehlung zur gegen­seit­i­gen Neben­fach­wahl ver­bun­den.22

Inhaltlich sah man in diesen neuen Stu­dienord­nun­gen das Ziel der His­torischen Musik­wis­senschaft darin, die „Musik der Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart philol­o­gisch, his­torisch, the­o­retisch und ana­lytisch zu erforschen“.23 Konkret umge­set­zt wurde dies durch das Ange­bot von Ver­anstal­tun­gen wie „Nota­tion­skunde“ I–III, „Werk­analyse“ I und II, Prak­ti­ka mit Auf­führungsver­suchen älter­er Musik und Pros­em­inaren zur Gat­tungs­geschichte oder Stilkunde. In der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft hinge­gen fokussierte man sich weniger auf die Unter­suchung von Musik aus geschichtlich­er Per­spek­tive, son­dern mehr auf einen per­so­n­en- und objek­t­be­zo­ge­nen Ansatz. Das Erken­nt­nis­in­ter­esse war hier, die „Geset­zmäßigkeit­en des musikalis­chen Erlebens und Ver­hal­tens sowie die darauf bezo­ge­nen Objek­t­bere­iche zu erforschen“.24 Den Kern bilde­ten jew­eils eine Übung in Verbindung mit einem Prak­tikum in Meth­o­d­en­lehre, Musikpsy­cholo­gie und musikalis­ch­er Akustik. Pros­em­inare zu wichti­gen The­men der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft ergänzten diese Grund­la­gen. Die in Haupt­sem­inaren besproch­enen ungelösten Forschungs­the­men run­de­ten das Ange­bot zusam­men mit Vor­lesun­gen zu erschlosse­nen The­menkom­plex­en ab.

Klar ist nun, welche groben inhaltlichen und struk­turellen Vor­gaben die Studieren­den vor und nach der Teilung hat­ten. Doch wie bee­in­flussten diese Verän­derun­gen das Lehrange­bot und in welch­er Beziehung stand wiederum die Lehre mit der Per­son­al­si­t­u­a­tion am Musik­wis­senschaftlichen Institut?

Auf dem Weg zur Gleichberechtigung – Die Entwicklung der Lehre in Systematischer und Historischer Musikwissenschaft

Ein Lehrange­bot ist oft mit per­son­ellen Gegeben­heit­en an einem Insti­tut ver­bun­den. Durch die per­sön­lichen Forschungss­chw­er­punk­te der Dozen­ten entste­hen meist auch the­ma­tis­che Kern­punk­te in der Lehre. Das Lehrange­bot verän­dert sich dabei quan­ti­ta­tiv und qual­i­ta­tiv nicht plöt­zlich, son­dern fließend. Abbil­dung 425 ver­an­schaulicht einen solchen quan­ti­ta­tiv­en Ver­lauf für das Musik­wis­senschaftliche Insti­tut zwis­chen dem Som­merse­mes­ter 1959 und 1982.

Abbil­dung 4: Anzahl der Lehrver­anstal­tun­gen mit the­ma­tis­chem Schw­er­punkt His­torische bzw. Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft von 1959 bis 1982

Der Blick zurück zum Anfang der 1950er Jahre zeigt ein noch schmales Lehrange­bot mit v. a. his­torisch musik­wis­senschaftlichen The­men wie der „Ein­führung in die Musikgeschichte“26 oder „[der] ‚Klan­grede’ bei Hän­del und Bach“. Den­noch gab Prof. Dr. Wil­helm Heinitz (s. Beitrag zu Heinitz’ „Etablierung eines neuen Forschungszweiges“) mit Lehrver­anstal­tun­gen zu „Takt und Rhyth­mus“27 oder „Musik und Bewe­gung“28 bere­its Ein­blicke in die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft. Mit ein­er Vor­lesung „Ein­führung in die Akustik“ inkl. Übung, posi­tion­ierte sich Dr. Hans-Peter Rei­necke im Som­merse­mes­ter 1955, dem Beginn sein­er Lehrtätigkeit am Insti­tut, wesentlich klar­er in der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft und ermöglichte damit deren Etablierung in Ham­burg.29 Bis in die 1970er Jahre ver­trat v. a. Rei­necke die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft. Ver­anstal­tun­gen waren beispiel­sweise die „Ein­führung in die Rau­makustik“30 oder „Tonpsy­cholo­gie und Musikpsy­cholo­gie“31. Zudem bot er im Laufe der 1960er Jahre eine „Ein­führung in die sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft“32, ein Prak­tikum zu „[a]kustischen Unter­suchun­gen an Musikin­stru­menten“33 und „Infor­ma­tion­s­the­o­rie in der Musik­wis­senschaft“34 an.

Einen deut­lich größeren Anteil bildete jedoch die Lehre der His­torischen Musik­wis­senschaft. Hier stieg die Anzahl der Ver­anstal­tun­gen merk­lich ab dem Som­merse­mes­ter 1961, dem Beginn der Amt­szeit von Georg von Dadelsen als geschäfts­führen­der Direk­tor am Insti­tut.35 Ins­beson­dere zusät­zliche Vor­lesun­gen – the­ma­tis­che Beispiele sind hier „Richard Strauss“, „Alban Berg“ oder auch „Ham­burg im Spiegel der all­ge­meinen Musikgeschichte“36 – ver­stärk­ten das bish­erige Ange­bot der Pros­em­inare und Sem­i­nare. Mit einem bre­it­en Spek­trum von mehreren Ver­anstal­tun­gen zur all­ge­meinen Musikgeschichte und Grund­fra­gen der Stilkunde, über Vor­lesun­gen und Sem­i­nare zu einzel­nen Kom­pon­is­ten, bis hin zu ganz speziellen The­men wie der „[m]ehrstimmige[n] Musik im 12. und 13. Jahrhun­dert“ bot sich den his­torisch inter­essierten Studieren­den von 1963 bis 1970 ein anhal­tend umfan­gre­ich­es the­ma­tis­ches Feld.37

Das oben genan­nte Umdenken in der Auf­fas­sung der Fachzweige seit etwa 1970 spiegelte sich auch langsam in der ange­bote­nen Lehre wider. Durch die Tätigkeit von Dr. Hel­ga de la Motte ab dem Som­merse­mes­ter 1971 dif­feren­zierte sich das Ange­bot in der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft vorüberge­hend aus. Zusät­zliche Ver­anstal­tungs­the­men waren beispiel­sweise „Musikpsy­cholo­gie II: Begabung, Moti­va­tion, Ler­nen“ oder „Neue Wege der Klangsyn­these“.38

Nach der offiziellen Teilung der bei­den Stu­di­engänge 1975 dozierte Dr. Horst-Peter Hesse, Gast­dozent aus Göt­tin­gen, ab dem Som­merse­mes­ter 1975 als erster eigens für die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft angestell­ter Lehrbeauf­tragter nach der Teilung.39 Trotz­dem benötigte die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft eine gewisse Zeit, um sich zu etablieren. Mit dem Beginn von Dr. Vladimir Kar­bu­sick­ys Arbeit am Insti­tut ab Win­terse­mes­ter 1976/1977 (ab Som­merse­mes­ter 1977 bere­its Pro­fes­sor), entwick­elte sich die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft immer mehr. Kar­bu­sicky set­ze im Ver­gle­ich zur Tra­di­tion Rei­neck­es andere Schw­er­punk­te am Insti­tut. Während Rei­necke sich mehr auf tech­nisch-akustis­che Aspek­te der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft fokussierte, behan­delte Kar­bu­sicky v. a. Musik im Kon­text von Seman­tik, Semi­otik und Sozi­olo­gie.40 Zu Beginn der 1980er Jahre wur­den sog­ar in manchen Semes­tern mehr Ver­anstal­tun­gen in der Sys­tem­a­tis­chen als in der His­torischen Musik­wis­senschaft ange­boten (s. Abb. 4).41 Seit diesem Zeit­punkt kann wohl von ein­er Gle­ich­berech­ti­gung der bei­den Stu­di­engänge His­torische und Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft an der Uni­ver­sität Ham­burg gesprochen werden.

Systematische Musikwissenschaft heute

Heute deckt die Lehre in der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft an der Uni­ver­sität Ham­burg das gesamte bre­ite Spek­trum von der Musikpsy­cholo­gie bis zur musikalis­chen Akustik ab. Zudem wer­den Ver­anstal­tun­gen aus dem Bere­ich der Neu­rowis­senschaften und Musik-Infor­matik ange­boten. Auch die Forschung kon­nte sich auf der Basis der Teilung der Diszi­plinen weit­er spezial­isieren. Ham­burg bietet damit Studieren­den mit Inter­esse an der Musikpsy­cholo­gie und der musikalis­chen Akustik die einzi­gar­tige Möglichkeit diese Fachdiszi­plinen in Deutsch­land ver­tieft und schon in einem grund­ständi­gen Stu­di­en­gang nachzuge­hen. Die method­is­che Viel­seit­igkeit der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft zwis­chen Geistes- und Natur­wis­senschaft bleibt trotz eigen­em Stu­di­en­gang weit­er­hin ein span­nen­des Feld und wird wohl auch in Zukun­ft sowohl den Aus­tausch mit anderen Diszi­plinen, als auch mit der Schwes­t­er­diszi­plin His­torische Musik­wis­senschaft, beflügeln.

Fazit – Auswirkungen auf Forschung und Lehre

Trotz eines fünf Jahre andauern­den und nicht ganz ein­fachen bürokratis­chen Weges und ein­er sich anschließen­den fün­fjähri­gen fach­lichen Emanzi­pa­tion, kon­nte sich die Sys­tem­a­tis­che Musik­wis­senschaft an der Uni­ver­sität Ham­burg inner­halb von ca. zehn Jahren zu einem eigen­ständi­gen und gle­ich­berechtigten Stu­di­en­gang ent­fal­ten, der bis heute nichts an Aktu­al­ität ver­loren hat. Diese Entwick­lung in Ham­burg sucht in Deutsch­land Ihres­gle­ichen. Bis heute bietet die Uni­ver­sität Ham­burg deutsch­landweit als einzige Uni­ver­sität den Bach­e­lor of Arts in Sys­tem­a­tis­ch­er Musik­wis­senschaft an. Zwar gibt es inzwis­chen einige Bach­e­lor- und Mas­ter­stu­di­engänge mit Schw­er­punk­ten im Bere­ich der Sys­tem­a­tis­chen Musik­wis­senschaft, allerd­ings ist dies das Ergeb­nis ein­er jün­geren Entwick­lung. Die hier beleuchtete Tren­nung, die sich bere­its in den 1970er Jahren vol­l­zog, ist also umso erstaunlicher.

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Viel zu prunkvoll für Studenten …” – Zur Geschichte des Institutsgebäudes in der Neuen Rabenstraße

Von Bern­hard Ruhl

Abbil­dung 1: Berthold Maaß, Kom­men­tar zum Objekt Neue Raben­straße 13, 25. April 1927, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 1

viel zu prunk­voll“… – so kom­men­tierte Regierungsrat Berthold F. Th. Maaß das Schreiben der Hambur­ger Stu­den­ten­hil­fe e. V. vom 9. April 1927 an die Hochschul­be­hörde, worin die beson­dere Eig­nung des Haus­es in der Neuen Raben­straße 13 als Stu­den­ten­haus dargelegt wurde (s. Abb. 1).1 Am Ende langer Bemühun­gen kon­nte die Ham­burg­er Studen­tenhilfe let­ztlich doch dieses „zu prunk­volle Haus“ erwer­ben, in dem heute die bei­den musik­wis­senschaftlichen Insti­tute sowie die Uni­ver­sitätsmusik behei­matet sind.

Zu bei­den Seit­en bedrängt von mod­er­nen Funk­tions­baut­en, wirkt die ehe­ma­lige Vil­la wie ein Relikt ver­gan­gener Zeit­en – die hier behei­matete His­torische Musikwissen­schaft scheint diesen ver­gan­gen­heits­be­zo­ge­nen Aspekt noch zu unter­stre­ichen, beschäftigt sie sich doch mit The­men, die bis zu den Anfän­gen der Musik­the­o­rie und Nota­tion in der griechis­chen Antike bis zur Musik der Gegen­wart reichen. Die Syste­matische Musik­wis­senschaft weist ein Spek­trum von ersten Erk­lärungsver­suchen des Phythago­ras zur Har­monie der Töne sowie ihrer Inter­valle bis hin zur Musik im Kon­text mod­ern­er neu­rowis­senschaftlich­er Unter­suchun­gen auf.

Im Fol­gen­den soll der Weg von der großbürg­er­lichen Vil­la bis hin zu ihrer heuti­gen Nutzung sowie der damit ver­bun­de­nen baulichen Verän­derun­gen in groben Zügen nachgeze­ich­net werden.

Die Entstehungszeit der Villa

Frankre­ich wur­den nach dem Deutsch-Franzö­sis­chen Krieg (1870–1871) Reparations­leistungen in Höhe von 5 Mrd. Francs in Gold2 aufge­bürdet. Diese Ein­nah­men brach­ten dem Deutschen Reich einen enor­men wirtschaftlichen Auf­schwung („Gründer­jahre“), der u. a. einen Bau-Boom aus­löste. Der Architekt und Bau­un­ternehmer Hans Rack­witz erstellte als Bauträger seit etwa 1880 in Ham­burg Villen, so auch jene in der Neuen Raben­straße 13.3

Das Haus wurde nach sein­er Fer­tig­stel­lung 1884 zunächst an den Mit­in­hab­er ein­er chemis­chen Fab­rik, Dr. Carl Beit, verkauft und bere­its 1889 an C. Pfeif­fer weiter­veräußert. 1912 erwarb der Ostasien-Kauf­mann und spätere Sen­a­tor Johann Hin­rich Gar­rels das Gebäude.4 Gar­rels war seit Jan­u­ar 1917 bis zu seinem Tod (4.11.1920) Sen­a­tor der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg. Die anfänglich raschen Eigentümer­wechsel indizierten keine finanziellen Prob­leme, son­dern den rasch wach­senden Wohl­stand, der sich im Erwerb größer­er Immo­bilien in exponiert­eren Wohn­la­gen aus­drückte.5

Hamburger Studentenhilfe e. V.

Die all­ge­meine Not6 nach dem I. Weltkrieg traf auch die Stu­den­ten­schaft hart. Damals ent­standen in vie­len Uni­ver­sitätsstädten „Stu­den­ten­werke“ als pri­vate Selbsthilfeein­richtungen. Die Ini­tia­tive zur Grün­dung des Vere­ines Ham­burg­er Studenten­hilfe e. V. (1921/1922) ging von Uni­ver­sität­sange­höri­gen und Pri­vatleuten aus, die den Studieren­den auf unter­schiedlich­ste Weise, ins­beson­dere durch regelmäßige Speisun­gen, helfen woll­ten.7

Ab 1925 set­zte eine inten­sive Suche nach einem geeigneten Ort ein, an dem die ver­schiedenen Hil­fen ein­schließlich der drin­gend benötigten Men­sa zen­tral und universi­tätsnah ange­boten wer­den kon­nten. Die Suche gestal­tete sich über­aus schwierig, da die Anforderun­gen, die das kün­ftige „Stu­den­ten­haus“ erfüllen sollte, eben­so vielfältig waren wie die finanziellen Prob­leme, die es zu über­winden galt. Es wurde inten­siv eine Vielzahl von Optio­nen geprüft, die sich jedoch sämtlich als ungeeignet erwiesen.8

Eine Offerte wurde allerd­ings nicht weit­er in Betra­cht gezo­gen. Mit Datum vom 21. April 1927 erhielt der Rek­tor der Uni­ver­sität ein Schreiben, in dem der Bau eines Stu­den­ten­heimes (ein­schließlich ein­er Men­sa) ange­boten wurde, „in welchem selbst­verständlich die alko­hol­geg­ner­ischen Anschau­un­gen des Gut­tem­pler-Ordens zur Gel­tung gebracht wer­den, indem das Hinein­brin­gen von alko­holis­chen Getränken nicht erlaubt wird und für dessen [des Stu­den­ten­heimes] Benutzung seit­ens der Stu­den­ten­schaft aber nicht die Alko­ho­len­thalt­samkeit gefordert wird“.9 Warum dieses Ange­bot nicht näher geprüft wurde, war nicht zu ermitteln.

Das Studentenhaus
Abbil­dung 2: Argu­mente für die Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 1

Am vielver­sprechend­sten erschien let­z­tendlich die Option, die „Gar­rels-Vil­la“ zu erwer­ben. Die Nähe des sehr gut erhal­te­nen Haus­es zum Uni­ver­sitäts­gelände, der eher ger­ing eingeschätzte Bedarf an Umbauar­beit­en sowie die für die ver­schiede­nen Auf­gaben der Stu­den­ten­hil­fe gut geeigneten Räum­lichkeit­en sprachen für den Kauf dieser Immo­bilie. Diese Vorzüge wer­den in dem bere­its erwäh­n­ten Schreiben der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe vom 9. April 1927 an die Hochschul­be­hörde zusam­menge­fasst (vgl. Abb. 2).

Die Ver­tragsver­hand­lun­gen mit den Erben Gar­rels zogen sich hin, doch let­z­tendlich kon­nte die Vil­la in der Neuen Raben­straße 13 noch im Jahr 1927 erwor­ben wer­den. Die Finanzierung set­zte sich aus Eigen­mit­teln der Ham­burg­er Studenten­hilfe, Spenden von Uni­ver­sität­sange­höri­gen, Ham­burg­er Unternehme®n, Dar­lehen des Deutschen Stu­den­ten­werkes (Dres­den) und der öffentlichen Hand zusam­men.10

Die ersten kleineren Aus- und Umbauar­beit­en betreute der Architekt S. Koyen. Dort, wo sich zuvor der Win­ter­garten befand, ent­stand 1928 eine Men­sa. Die Ein­rich­tung der Räume erfol­gte in Eigen­leis­tung und dank viel­er (Sach-)Spenden. Am 20. April 1928 wurde das umgestal­tete „Stu­den­ten­haus“ feier­lich eröffnet, worüber die Ham­burg­er Zeitun­gen aus­führlich berichteten.11

Abbil­dung 3: Bil­dauss­chnitt aus: „Ein­wei­hung des Ham­burg­er Stu­den­ten­haus­es“, in: Ham­burg­er Nachricht­en (Aben­daus­gabe), 16.5.1928
Rege Annahme – neue Platzprobleme

Das Stu­den­ten­haus wurde sehr gut angenom­men und rege genutzt, was bald zu neuen räum­lichen Prob­le­men führte. Bei den Vorüber­legun­gen zur Errich­tung ein­er men­sa aca­d­e­m­i­ca in der Gar­rels-Vil­la war man von täglich etwa 300 bis 400 auszugeben­den Essen aus­ge­gan­gen. Worauf sich diese Annahme stützte, kon­nte nicht eruiert wer­den, denn bere­its in einem Schreiben der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe vom 28. April 1922 wurde ein deut­lich höher­er Bedarf – zusät­zlich zu der bere­its im Grindel­hof 40 vorhan­de­nen Men­sa – genan­nt: „wir müssen eine Speiseanstalt haben, in der täglich zwis­chen 700‑1000 Stu­den­ten essen kön­nen.“12

Tat­säch­lich stieg die Zahl der­er, die die Men­sa in der Neuen Raben­straße 13 nutzten, sehr schnell auf 800 und Anfang 1929 sog­ar auf 1.000 Mahlzeit­en täglich!13 Dieser Andrang war in den dor­ti­gen Räu­men nicht zu bewälti­gen, so dass erneut drin­gend neue Lösun­gen gefun­den wer­den mussten. In einem Ver­merk vom 24. Juni 1929 wurde fest­gestellt, dass für eine angemessen große Men­sa ein Neubau notwendig sei und das Gebäude in der Neuen Raben­straße 13 dann auss­chließlich als uni­ver­sitäres Insti­tut genutzt wer­den kön­nte.14

Eine kurzfristige Abhil­fe brachte 1929 ein weit­er­er Umbau, bei dem die vorhan­dene Men­sa durch einen erweit­erten Anbau – den heuti­gen großen Hör­saal – erset­zt wurde. Die Ver­legung des Ein­gangs­bere­ich­es zur Straßen­front hin brachte zusät­zlich nutz­baren Raum. Das Erschei­n­ungs­bild der Vil­la änderte sich hier­durch deut­lich, was dur­chaus als bewusster Protest (oder zumin­d­est als deut­liche Abgren­zung) gegen das Bürg­er­tum beab­sichtigt war.15 Die Wieder­eröff­nung erfol­gte am 30. Okto­ber 1929.

Das Studentenhaus im Dritten Reich

Die Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe sowie die AStA ver­fol­gten anfangs keine poli­tis­chen Ziele. Sie sahen sich als Vertre­tung der nicht kor­pori­erten Stu­den­ten und den Schwer­punkt ihres Engage­ments in der sozialen Hil­fe und Unter­stützung von Studieren­den.16 Deshalb fan­den bis Anfang der 1930er Jahre keine poli­tis­chen Ver­anstal­tun­gen im Stu­den­ten­haus statt.17

Gemäß der Satzungsän­derung vom 7. Juli 1933 wurde die Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe zum „Stu­den­ten­werk Ham­burg e. V.“18 Bere­its kurz nach der Machter­grei­fung wurde der Druck auf die Studieren­den bzw. deren Verbindun­gen an den deutschen Uni­ver­sitäten mas­siv ver­stärkt, sich in die „Nation­al­sozial­is­tis­che Deutschen Studenten­schaft“ einzufü­gen.19 Kor­pori­erte oder freie Stu­den­ten­vere­ini­gun­gen waren seit 1938 endgültig ver­boten.20

Erschreck­end schnell und wider­spruchs­frei wurde nun selb­st ein klein­er Reparatur­auftrag mit dem Hitler-Gruß unterze­ich­net.21 1936 erfol­gten nochmals kleinere Um­bauten im Dachgeschoß, die das zuständi­ge Reichsmin­is­teri­um mit 30.000 RM unter­stützte. Die ent­stande­nen Büroräume wur­den von Funk­tionären der Stu­den­ten­schaft, des Stu­den­ten­bun­des sowie des Gaus­tu­den­ten­bun­des genutzt und standen somit anderen Studieren­den nicht zur Ver­fü­gung.22

Neubeginne: Einzug von Militärregierung und Musikwissenschaft

Das Gebäude Neue Raben­straße 13 hat­te den II. Weltkrieg mit nur leichteren Schä­den über­standen. Im Juni 1945 wurde die „Stu­den­ten­hil­fe Ham­burg e. V.“ neu gegrün­det und ihr das Eigen­tum an der Immo­bilie über­tra­gen. Das Haus wurde allerd­ings umge­hend von der britis­chen Mil­itär­regierung – mit aus­drück­lich­er Bil­li­gung des Ham­burg­er Sen­ats – für Freizeitzwecke der Besatzungs­macht requiri­ert. Wiederum stand den Studieren­den zunächst wed­er eine men­sa aca­d­e­m­i­ca noch ein Stu­den­ten­haus als Begeg­nungsstätte zur Ver­fü­gung. 1947 kon­nte dann eine Men­sa sowie ein Studen­tenwohnheim in der Tes­dorp­straße 20 bere­it­gestellt werden.

Nach lan­gen Ver­hand­lun­gen23 erfol­gte zwar die for­male Freiga­be im Dezem­ber 1951, jedoch musste das Haus nun umge­hend an das britis­che Infor­ma­tion Cen­tre „Die Brücke“ ver­mi­etet wer­den.24 Zunächst wollte die britis­che Besatzungs­macht die Kosten für die von ihr gewün­schte Umgestal­tung der früheren Men­sa für Theater‑, Film- und Vari­eté-Auf­führun­gen, die dem Raum sein jet­ziges Ausse­hen gaben, zu den deutschen Repa­ra­tionsleis­tun­gen hinzurech­nen. Let­ztlich über­nah­men die Briten diese Kosten selbst.

Die ursprünglich angedachte Miet­dauer von zwei Jahren wurde erhe­blich aus­gedehnt und erst „Ende 1961 zogen Uni­ver­sitätsin­sti­tute in das Gebäude ein“.25 Nutznießer waren die Musik­wis­senschaft sowie die dama­lige Akademis­che Musikpflege, beste­hend aus den Col­le­gia musi­ca der Uni­ver­sität Ham­burg, die nun in der ehe­ma­li­gen Men­sa proben kon­nten. Der dama­lige Uni­ver­sitäts­di­rek­tor Jür­gen Jür­gens ver­legte die Proben des ihm schon zuvor gegrün­de­ten und nicht der Univer­sität ange­höri­gen Mon­tever­di-Chores eben­falls in diesen Raum. Seinen exter­nen Chor set­zte er hin­fort – nicht immer zur Freude der Studieren­den – bei uni­ver­sitären Konz­erten ergänzend zum Chor der Uni­ver­sität ein.26

Unsichere Zukunft

Bere­its Ende 1979 wur­den Teile des Musik­wis­senschaftlichen Insti­tutes wegen Ein­sturzgefahr des Gebäudes ges­per­rt wer­den.27 So durfte die Fach­bib­lio­thek nicht mehr genutzt wer­den; die Schallplat­ten- und Buchbestände wur­den zunächst im Keller­geschoß ein­ge­lagert. Im Dezem­ber 1981 kam es dann zu ein­er Vollsper­rung des Gebäudes, da weit­ere Unter­suchun­gen gravierende Schä­den an tra­gen­den Teilen des Haus­es ergeben hatten.

Die Lehrver­anstal­tun­gen wur­den für län­gere Zeit behelf­s­mäßig an ver­schiede­nen anderen Orten der Uni­ver­sität durchge­führt. Es stellte sich die Frage, ob das Gebäude abgeris­sen und ein Ersatzbau vorgenom­men wer­den sollte. Die Uni­ver­sität entscheid sich schließlich für eine Grund­sanierung,28 die dann im Jahr 1985 endlich abgeschlossen wer­den kon­nte. Die Wieder­eröff­nung des Insti­tutes erfol­gte am 3. Mai 1985.

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Möge diese ehe­mals „zu prunk­volle“ Vil­la, die sich trotz aller baulichen Verän­derun­gen immer noch etwas von ihrem Charme bewahren kon­nte, der Musik­wis­senschaft sowie der Uni­ver­sitätsmusik noch lange erhal­ten bleiben.

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