Viel zu prunkvoll für Studenten …” – Zur Geschichte des Institutsgebäudes in der Neuen Rabenstraße

Von Bern­hard Ruhl

Abbil­dung 1: Berthold Maaß, Kom­men­tar zum Objekt Neue Raben­straße 13, 25. April 1927, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 1

viel zu prunk­voll“… – so kom­men­tierte Regierungsrat Berthold F. Th. Maaß das Schreiben der Hambur­ger Stu­den­ten­hil­fe e. V. vom 9. April 1927 an die Hochschul­be­hörde, worin die beson­dere Eig­nung des Haus­es in der Neuen Raben­straße 13 als Stu­den­ten­haus dargelegt wurde (s. Abb. 1).1 Am Ende langer Bemühun­gen kon­nte die Ham­burg­er Studen­tenhilfe let­ztlich doch dieses „zu prunk­volle Haus“ erwer­ben, in dem heute die bei­den musik­wis­senschaftlichen Insti­tute sowie die Uni­ver­sitätsmusik behei­matet sind.

Zu bei­den Seit­en bedrängt von mod­er­nen Funk­tions­baut­en, wirkt die ehe­ma­lige Vil­la wie ein Relikt ver­gan­gener Zeit­en – die hier behei­matete His­torische Musikwissen­schaft scheint diesen ver­gan­gen­heits­be­zo­ge­nen Aspekt noch zu unter­stre­ichen, beschäftigt sie sich doch mit The­men, die bis zu den Anfän­gen der Musik­the­o­rie und Nota­tion in der griechis­chen Antike bis zur Musik der Gegen­wart reichen. Die Syste­matische Musik­wis­senschaft weist ein Spek­trum von ersten Erk­lärungsver­suchen des Phythago­ras zur Har­monie der Töne sowie ihrer Inter­valle bis hin zur Musik im Kon­text mod­ern­er neu­rowis­senschaftlich­er Unter­suchun­gen auf.

Im Fol­gen­den soll der Weg von der großbürg­er­lichen Vil­la bis hin zu ihrer heuti­gen Nutzung sowie der damit ver­bun­de­nen baulichen Verän­derun­gen in groben Zügen nachgeze­ich­net werden.

Die Entstehungszeit der Villa

Frankre­ich wur­den nach dem Deutsch-Franzö­sis­chen Krieg (1870–1871) Reparations­leistungen in Höhe von 5 Mrd. Francs in Gold2 aufge­bürdet. Diese Ein­nah­men brach­ten dem Deutschen Reich einen enor­men wirtschaftlichen Auf­schwung („Gründer­jahre“), der u. a. einen Bau-Boom aus­löste. Der Architekt und Bau­un­ternehmer Hans Rack­witz erstellte als Bauträger seit etwa 1880 in Ham­burg Villen, so auch jene in der Neuen Raben­straße 13.3

Das Haus wurde nach sein­er Fer­tig­stel­lung 1884 zunächst an den Mit­in­hab­er ein­er chemis­chen Fab­rik, Dr. Carl Beit, verkauft und bere­its 1889 an C. Pfeif­fer weiter­veräußert. 1912 erwarb der Ostasien-Kauf­mann und spätere Sen­a­tor Johann Hin­rich Gar­rels das Gebäude.4 Gar­rels war seit Jan­u­ar 1917 bis zu seinem Tod (4.11.1920) Sen­a­tor der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg. Die anfänglich raschen Eigentümer­wechsel indizierten keine finanziellen Prob­leme, son­dern den rasch wach­senden Wohl­stand, der sich im Erwerb größer­er Immo­bilien in exponiert­eren Wohn­la­gen aus­drückte.5

Hamburger Studentenhilfe e. V.

Die all­ge­meine Not6 nach dem I. Weltkrieg traf auch die Stu­den­ten­schaft hart. Damals ent­standen in vie­len Uni­ver­sitätsstädten „Stu­den­ten­werke“ als pri­vate Selbsthilfeein­richtungen. Die Ini­tia­tive zur Grün­dung des Vere­ines Ham­burg­er Studenten­hilfe e. V. (1921/1922) ging von Uni­ver­sität­sange­höri­gen und Pri­vatleuten aus, die den Studieren­den auf unter­schiedlich­ste Weise, ins­beson­dere durch regelmäßige Speisun­gen, helfen woll­ten.7

Ab 1925 set­zte eine inten­sive Suche nach einem geeigneten Ort ein, an dem die ver­schiedenen Hil­fen ein­schließlich der drin­gend benötigten Men­sa zen­tral und universi­tätsnah ange­boten wer­den kon­nten. Die Suche gestal­tete sich über­aus schwierig, da die Anforderun­gen, die das kün­ftige „Stu­den­ten­haus“ erfüllen sollte, eben­so vielfältig waren wie die finanziellen Prob­leme, die es zu über­winden galt. Es wurde inten­siv eine Vielzahl von Optio­nen geprüft, die sich jedoch sämtlich als ungeeignet erwiesen.8

Eine Offerte wurde allerd­ings nicht weit­er in Betra­cht gezo­gen. Mit Datum vom 21. April 1927 erhielt der Rek­tor der Uni­ver­sität ein Schreiben, in dem der Bau eines Stu­den­ten­heimes (ein­schließlich ein­er Men­sa) ange­boten wurde, „in welchem selbst­verständlich die alko­hol­geg­ner­ischen Anschau­un­gen des Gut­tem­pler-Ordens zur Gel­tung gebracht wer­den, indem das Hinein­brin­gen von alko­holis­chen Getränken nicht erlaubt wird und für dessen [des Stu­den­ten­heimes] Benutzung seit­ens der Stu­den­ten­schaft aber nicht die Alko­ho­len­thalt­samkeit gefordert wird“.9 Warum dieses Ange­bot nicht näher geprüft wurde, war nicht zu ermitteln.

Das Studentenhaus
Abbil­dung 2: Argu­mente für die Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 1

Am vielver­sprechend­sten erschien let­z­tendlich die Option, die „Gar­rels-Vil­la“ zu erwer­ben. Die Nähe des sehr gut erhal­te­nen Haus­es zum Uni­ver­sitäts­gelände, der eher ger­ing eingeschätzte Bedarf an Umbauar­beit­en sowie die für die ver­schiede­nen Auf­gaben der Stu­den­ten­hil­fe gut geeigneten Räum­lichkeit­en sprachen für den Kauf dieser Immo­bilie. Diese Vorzüge wer­den in dem bere­its erwäh­n­ten Schreiben der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe vom 9. April 1927 an die Hochschul­be­hörde zusam­menge­fasst (vgl. Abb. 2).

Die Ver­tragsver­hand­lun­gen mit den Erben Gar­rels zogen sich hin, doch let­z­tendlich kon­nte die Vil­la in der Neuen Raben­straße 13 noch im Jahr 1927 erwor­ben wer­den. Die Finanzierung set­zte sich aus Eigen­mit­teln der Ham­burg­er Studenten­hilfe, Spenden von Uni­ver­sität­sange­höri­gen, Ham­burg­er Unternehme®n, Dar­lehen des Deutschen Stu­den­ten­werkes (Dres­den) und der öffentlichen Hand zusam­men.10

Die ersten kleineren Aus- und Umbauar­beit­en betreute der Architekt S. Koyen. Dort, wo sich zuvor der Win­ter­garten befand, ent­stand 1928 eine Men­sa. Die Ein­rich­tung der Räume erfol­gte in Eigen­leis­tung und dank viel­er (Sach-)Spenden. Am 20. April 1928 wurde das umgestal­tete „Stu­den­ten­haus“ feier­lich eröffnet, worüber die Ham­burg­er Zeitun­gen aus­führlich berichteten.11

Abbil­dung 3: Bil­dauss­chnitt aus: „Ein­wei­hung des Ham­burg­er Stu­den­ten­haus­es“, in: Ham­burg­er Nachricht­en (Aben­daus­gabe), 16.5.1928
Rege Annahme – neue Platzprobleme

Das Stu­den­ten­haus wurde sehr gut angenom­men und rege genutzt, was bald zu neuen räum­lichen Prob­le­men führte. Bei den Vorüber­legun­gen zur Errich­tung ein­er men­sa aca­d­e­m­i­ca in der Gar­rels-Vil­la war man von täglich etwa 300 bis 400 auszugeben­den Essen aus­ge­gan­gen. Worauf sich diese Annahme stützte, kon­nte nicht eruiert wer­den, denn bere­its in einem Schreiben der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe vom 28. April 1922 wurde ein deut­lich höher­er Bedarf – zusät­zlich zu der bere­its im Grindel­hof 40 vorhan­de­nen Men­sa – genan­nt: „wir müssen eine Speiseanstalt haben, in der täglich zwis­chen 700‑1000 Stu­den­ten essen kön­nen.“12

Tat­säch­lich stieg die Zahl der­er, die die Men­sa in der Neuen Raben­straße 13 nutzten, sehr schnell auf 800 und Anfang 1929 sog­ar auf 1.000 Mahlzeit­en täglich!13 Dieser Andrang war in den dor­ti­gen Räu­men nicht zu bewälti­gen, so dass erneut drin­gend neue Lösun­gen gefun­den wer­den mussten. In einem Ver­merk vom 24. Juni 1929 wurde fest­gestellt, dass für eine angemessen große Men­sa ein Neubau notwendig sei und das Gebäude in der Neuen Raben­straße 13 dann auss­chließlich als uni­ver­sitäres Insti­tut genutzt wer­den kön­nte.14

Eine kurzfristige Abhil­fe brachte 1929 ein weit­er­er Umbau, bei dem die vorhan­dene Men­sa durch einen erweit­erten Anbau – den heuti­gen großen Hör­saal – erset­zt wurde. Die Ver­legung des Ein­gangs­bere­ich­es zur Straßen­front hin brachte zusät­zlich nutz­baren Raum. Das Erschei­n­ungs­bild der Vil­la änderte sich hier­durch deut­lich, was dur­chaus als bewusster Protest (oder zumin­d­est als deut­liche Abgren­zung) gegen das Bürg­er­tum beab­sichtigt war.15 Die Wieder­eröff­nung erfol­gte am 30. Okto­ber 1929.

Das Studentenhaus im Dritten Reich

Die Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe sowie die AStA ver­fol­gten anfangs keine poli­tis­chen Ziele. Sie sahen sich als Vertre­tung der nicht kor­pori­erten Stu­den­ten und den Schwer­punkt ihres Engage­ments in der sozialen Hil­fe und Unter­stützung von Studieren­den.16 Deshalb fan­den bis Anfang der 1930er Jahre keine poli­tis­chen Ver­anstal­tun­gen im Stu­den­ten­haus statt.17

Gemäß der Satzungsän­derung vom 7. Juli 1933 wurde die Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe zum „Stu­den­ten­werk Ham­burg e. V.“18 Bere­its kurz nach der Machter­grei­fung wurde der Druck auf die Studieren­den bzw. deren Verbindun­gen an den deutschen Uni­ver­sitäten mas­siv ver­stärkt, sich in die „Nation­al­sozial­is­tis­che Deutschen Studenten­schaft“ einzufü­gen.19 Kor­pori­erte oder freie Stu­den­ten­vere­ini­gun­gen waren seit 1938 endgültig ver­boten.20

Erschreck­end schnell und wider­spruchs­frei wurde nun selb­st ein klein­er Reparatur­auftrag mit dem Hitler-Gruß unterze­ich­net.21 1936 erfol­gten nochmals kleinere Um­bauten im Dachgeschoß, die das zuständi­ge Reichsmin­is­teri­um mit 30.000 RM unter­stützte. Die ent­stande­nen Büroräume wur­den von Funk­tionären der Stu­den­ten­schaft, des Stu­den­ten­bun­des sowie des Gaus­tu­den­ten­bun­des genutzt und standen somit anderen Studieren­den nicht zur Ver­fü­gung.22

Neubeginne: Einzug von Militärregierung und Musikwissenschaft

Das Gebäude Neue Raben­straße 13 hat­te den II. Weltkrieg mit nur leichteren Schä­den über­standen. Im Juni 1945 wurde die „Stu­den­ten­hil­fe Ham­burg e. V.“ neu gegrün­det und ihr das Eigen­tum an der Immo­bilie über­tra­gen. Das Haus wurde allerd­ings umge­hend von der britis­chen Mil­itär­regierung – mit aus­drück­lich­er Bil­li­gung des Ham­burg­er Sen­ats – für Freizeitzwecke der Besatzungs­macht requiri­ert. Wiederum stand den Studieren­den zunächst wed­er eine men­sa aca­d­e­m­i­ca noch ein Stu­den­ten­haus als Begeg­nungsstätte zur Ver­fü­gung. 1947 kon­nte dann eine Men­sa sowie ein Studen­tenwohnheim in der Tes­dorp­straße 20 bere­it­gestellt werden.

Nach lan­gen Ver­hand­lun­gen23 erfol­gte zwar die for­male Freiga­be im Dezem­ber 1951, jedoch musste das Haus nun umge­hend an das britis­che Infor­ma­tion Cen­tre „Die Brücke“ ver­mi­etet wer­den.24 Zunächst wollte die britis­che Besatzungs­macht die Kosten für die von ihr gewün­schte Umgestal­tung der früheren Men­sa für Theater‑, Film- und Vari­eté-Auf­führun­gen, die dem Raum sein jet­ziges Ausse­hen gaben, zu den deutschen Repa­ra­tionsleis­tun­gen hinzurech­nen. Let­ztlich über­nah­men die Briten diese Kosten selbst.

Die ursprünglich angedachte Miet­dauer von zwei Jahren wurde erhe­blich aus­gedehnt und erst „Ende 1961 zogen Uni­ver­sitätsin­sti­tute in das Gebäude ein“.25 Nutznießer waren die Musik­wis­senschaft sowie die dama­lige Akademis­che Musikpflege, beste­hend aus den Col­le­gia musi­ca der Uni­ver­sität Ham­burg, die nun in der ehe­ma­li­gen Men­sa proben kon­nten. Der dama­lige Uni­ver­sitäts­di­rek­tor Jür­gen Jür­gens ver­legte die Proben des ihm schon zuvor gegrün­de­ten und nicht der Univer­sität ange­höri­gen Mon­tever­di-Chores eben­falls in diesen Raum. Seinen exter­nen Chor set­zte er hin­fort – nicht immer zur Freude der Studieren­den – bei uni­ver­sitären Konz­erten ergänzend zum Chor der Uni­ver­sität ein.26

Unsichere Zukunft

Bere­its Ende 1979 wur­den Teile des Musik­wis­senschaftlichen Insti­tutes wegen Ein­sturzgefahr des Gebäudes ges­per­rt wer­den.27 So durfte die Fach­bib­lio­thek nicht mehr genutzt wer­den; die Schallplat­ten- und Buchbestände wur­den zunächst im Keller­geschoß ein­ge­lagert. Im Dezem­ber 1981 kam es dann zu ein­er Vollsper­rung des Gebäudes, da weit­ere Unter­suchun­gen gravierende Schä­den an tra­gen­den Teilen des Haus­es ergeben hatten.

Die Lehrver­anstal­tun­gen wur­den für län­gere Zeit behelf­s­mäßig an ver­schiede­nen anderen Orten der Uni­ver­sität durchge­führt. Es stellte sich die Frage, ob das Gebäude abgeris­sen und ein Ersatzbau vorgenom­men wer­den sollte. Die Uni­ver­sität entscheid sich schließlich für eine Grund­sanierung,28 die dann im Jahr 1985 endlich abgeschlossen wer­den kon­nte. Die Wieder­eröff­nung des Insti­tutes erfol­gte am 3. Mai 1985.

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Möge diese ehe­mals „zu prunk­volle“ Vil­la, die sich trotz aller baulichen Verän­derun­gen immer noch etwas von ihrem Charme bewahren kon­nte, der Musik­wis­senschaft sowie der Uni­ver­sitätsmusik noch lange erhal­ten bleiben.

Zurück zum Inhaltsverze­ich­nis Ausstat­tung und Arbeitsbedingungen

  1. Brief Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. an die Hochschul­be­hörde, 9.4.1927, Anmerkung Regierungsrat [Berthold F. Th.] Maaß, 25.4.1927, Blatt 3, in: Ein­rich­tung eines Stu­den­ten­haus­es Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 1, fol. [30].
  2. Das entspricht 1.451,6 t Fein­gold und damit einem Wert von rd. 58 Mrd. Euro (Stand 1/2017).
  3. Her­mann Hipp, „Das Haus der Stu­den­ten­hil­fe, Neue Raben­straße 13 in Ham­burg-Rotherbaum“, in: Hochschu­lall­t­ag im „Drit­ten Reich“, Bd. 1:  Ein­leitung: all­ge­meine Aspek­te, hrsg. von Eckart Krause, Berlin 1991 (Ham­burg­er Beiträge zur Wis­senschafts­geschichte, 3), S. 307–308.
  4. Her­mann Hipp, „Das Haus der Stu­den­ten­hil­fe, Neue Raben­straße 13 in Ham­burg-Rotherbaum“, in: Hochschu­lall­t­ag im „Drit­ten Reich“, Bd. 1:  Ein­leitung: all­ge­meine Aspek­te, hrsg. von Eckart Krause, Berlin 1991 (Ham­burg­er Beiträge zur Wis­senschafts­geschichte, 3), S. 307–308.
  5. Her­mann Hipp, „Das Haus der Stu­den­ten­hil­fe, Neue Raben­straße 13 in Ham­burg-Rotherbaum“, in: Hochschu­lall­t­ag im „Drit­ten Reich“, Bd. 1:  Ein­leitung: all­ge­meine Aspek­te, hrsg. von Eckart Krause, Berlin 1991 (Ham­burg­er Beiträge zur Wis­senschafts­geschichte, 3), S. 308.
  6. Mit dem Ende des I. Weltkrieges sowie dem Inkraft­treten des Ver­sailler Friedensver­trages am 10.1.1920 wurde das verbliebene Deutsche Reich mit uner­füll­baren Repa­ra­tions­forderun­gen in Höhe von rd. 269 Mrd. Gold­mark kon­fron­tiert. Das hat­te ver­heerende soziale und wirtschaft­liche Fol­gen, die zu der 1922/1923 ein­set­zen­den Hyper­in­fla­tion beitru­gen und am 30.8.1924 eine Währungsre­form (Ein­führung der Renten­mark) notwendig macht­en. Siehe hierzu beispiel­haft die Erk­lärung der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. vom Mai 1922 in: Vere­in Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V., jet­zt Stu­den­ten­werk Ham­burg E. V., Heft 1: Grün­dung, Auf­bau, Satzun­gen, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.05.05, Bd. 1, fol. [51]–[52], [56]–[57]; Bestre­bun­gen des Vere­ins Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe auf Über­nahme des Stu­den­ten­heimes und Ein­rich­tung ein­er „men­sa“, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.00.03.
  7. Zahlre­iche Mate­ri­alien zur Entste­hung und weit­eren Entwick­lung der Ham­burg­er Studenten­hilfe in: Vere­in Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe eV (später Stu­den­ten­werk Ham­burg eV), Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5_O 50.00.05 Bde. 1–2.
  8. Von der inten­siv­en Suche nach geeignete Räum­lichkeit­en für die drin­gend benötigte Men­sa (bzw. ein Stu­den­ten­haus) sowie den Diskus­sio­nen um die Pro- und Con­tra-Argu­menten der ver­schiede­nen Objek­te zeu­gen u. a. die Sam­me­lak­ten: Errich­tung eines Stu­den­ten­haus­es Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5 II_G e 3 Bde. 1–3.
  9. Brief Baugenossen­schaft für Gut­tem­pler-Logen­häuser, 21.4.1927, in: Schaf­fung von Stu­den­ten­häusern, Stu­den­ten­haus Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.05.06 Bd. 1, fol. [13].
  10. Die Finanzierungsmöglichkeit­en wur­den jew­eils im Zusam­men­hang mit den Abwä­gun­gen der Vor- und Nachteile der ver­schiede­nen in Betra­cht gezo­ge­nen Objek­te erörtert, wobei die finanziellen Anteile in absoluten Zahlen natür­lich jew­eils unter­schiedlich hoch aus­fie­len. Die Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. hat­te einen nicht unwesentlichen Eigenkap­i­tal­beitrag aufzubrin­gen, für den man Spenden von Unternehmen, Pri­vat­per­so­n­en und nicht zulet­zt Universitätsange­hörigen ein­warb. Ein Dar­lehensver­tragsen­twurf bzgl. des Erwerbes des Haus­es Neue Raben­straße 13 find­et sich in Ein­rich­tung eines Stu­den­ten­haus­es Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 1, fol. [115] ff.
  11. S. u. a. „Das Haus der Stu­den­ten­schaft. Die Heim-Wei­he“, in: Ham­burg­er Cor­re­spon­dent. Aben­daus­gabe, 16.5.1928; „Ein­wei­hung des Ham­burg­er Stu­den­ten­haus­es“, in: Ham­burg­er Nachricht­en. Aben­daus­gabe, 16.5.1928; „Von den Hochschulen. Vom Ham­burg­er Stu­den­ten­heim“, in: Ham­burg­er Nachricht­en. Aben­daus­gabe, 21.5.1928.
  12. Abschrift Brief Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. an den Sen­at der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg, Hochschul­be­hörde, 28.4.1922, in: Bestre­bun­gen des Vere­ins Ham­burg­er Stu­dentenhilfe auf Über­nahme des Stu­den­ten­heims und Ein­rich­tung ein­er „men­sa“, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.00.03.
  13. Brief Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. an Sen­a­tor de Cha­peau­rouge, 12.6.1929, in: Errich­tung eines Stu­den­ten­haus­es Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5 II_G e 3 Bd. 2, fol. [8].
  14. Akten­ver­merk Regierungsrat Maaß, 24.6.1929, in: Ein­rich­tung eines Stu­den­ten­haus­es Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5_II_G_e_3 Bd. 2, fol. [11].
  15. Her­mann Hipp, „Das Haus der Stu­den­ten­hil­fe, Neue Raben­straße 13 in Ham­burg-Rotherbaum“, in: Hochschu­lall­t­ag im „Drit­ten Reich“, Bd. 1:  Ein­leitung: all­ge­meine Aspek­te, hrsg. von Eckart Krause, Berlin 1991 (Ham­burg­er Beiträge zur Wis­senschafts­geschichte, 3), S. 311.
  16. So wird in einem Ver­merk der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. vom Mai 1922 die Not­lage der deutschen Stu­den­ten­schaft dargelegt. Hauptziel des Vere­ins sei es, primär für eine „gute und bil­lige Ernährungsmöglichkeit, ins­beson­dere für die min­derbe­mit­tel­ten Stu­den­ten, zu sor­gen“ in: Vere­in Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe eV (später Stu­den­ten­werk Ham­burg eV). Tätigkeits­berichte, Sitzun­gen, Pro­tokolle, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.05.05. Bd. 1, fol. [51]–[52].
  17. Her­mann Hipp, „Das Haus der Stu­den­ten­hil­fe, Neue Raben­straße 13 in Ham­burg-Rotherbaum“, in: Hochschu­lall­t­ag im „Drit­ten Reich“, Bd. 1:  Ein­leitung: all­ge­meine Aspek­te, hrsg. von Eckart Krause, Berlin 1991 (Ham­burg­er Beiträge zur Wis­senschafts­geschichte, 3), S. 311.
  18. Text der Satzungsän­derung vom 7.7.1933 in Bestre­bun­gen der Ham­burg­er Studen­tenhilfe e. V. auf Über­nahme des Stu­den­ten­heimes und Ein­rich­tung ein­er „men­sa“, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.00.03, fol. [177]–[181].
  19. Gesetz über die Bil­dung von Stu­den­ten­schaften an den wis­senschaftlichen Hochschulen, 22.4.1933, RGBl 1933 Teil 1, S. 215.
  20. Durch den soge­nan­nten „Himm­ler-Erlass“ wur­den die let­zten verbliebe­nen stu­den­tis­chen Ver­bindungen ver­boten: Run­der­lass des Reichs­führers SS und Chefs der Deutschen Polizei im Reichsmin­is­teri­um des Innern, 20.6.1938, in: Min­is­te­r­i­al-Blatt des Reichs- und Preußi­schen Min­is­teri­um des Inneren, Aus­gabe A, 6.7.1938.
  21. So wurde u. a. eine kurze Bitte vom 15.2.1934 des Stu­den­ten­werkes Ham­burg an die Landes­unterrichtsbehörde, Abteilung Hochschul­we­sen, um Ver­an­las­sung von Aus­besserungsar­beit­en am Fuß­bo­den, mit der mit dem Hitler-Gruß unterze­ich­net: Ein­rich­tung eines Stu­den­ten­haus­es Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 361–5 II_G e 3 Bd. 2.
  22. Her­mann Hipp, „Ein bürg­er­lich­es Stadthaus mit reich­er Ver­gan­gen­heit“, in: uni hh 3 (1985), S. 44.
  23. Schon bald nach Kriegsende set­zten Bemühun­gen ein, das Haus in der Neuen Raben­straße 13 von der britis­chen Besatzungs­macht zurück­zuer­hal­ten. Dies wurde jedoch immer wieder von den Briten ver­weigert, so dass man auf deutsch­er Seite zwis­chen­zeitlich sog­ar davon aus­ging, das Gebäude endgültig aufgeben zu müssen: Infor­ma­tion-Cen­tre „Die Brücke“, Staat­sarchiv Ham­burg, 131–1 II_3283.
  24. Ver­wal­tungsauss­chusspro­tokoll der Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V., 18.12.1951, in: Schaf­fung von Stu­den­ten­häusern, Stu­den­ten­haus Neue Raben­straße 13, Staat­sarchiv Ham­burg, 364–5 I_O 50.05.06 Bd. 1, fol. [256]–[257]. „Zweck der ‚Brücke‘ ist es, die Jahre, die Deutsch­land von der übri­gen Welt abgeschnit­ten war, zu über­brück­en und es dem Aus­land wieder nahezubrin­gen. Diesem Zweck dienen die ver­schiede­nen Ein­rich­tun­gen der ‚Brücke‘, z. B. Bücherei, Lesesäle, Nach­schlage­bücherei, Kinosaal, Vor­tragsräume usw.“ Ham­burg­er Sen­atskan­zlei, Ver­merk (AZ 940–38‑2), 25.4.1947, in: Infor­ma­tion-Cen­tre „Die Brücke“, Staat­sarchiv Ham­burg, 131–1 II_3283, fol. [1]/[23].
  25. Her­mann Hipp, „Das Haus der Stu­den­ten­hil­fe, Neue Raben­straße 13 in Ham­burg-Rotherbaum“, in: Hochschu­lall­t­ag im „Drit­ten Reich“, Bd. 1:  Ein­leitung: all­ge­meine Aspek­te, hrsg. von Eckart Krause, Berlin 1991 (Ham­burg­er Beiträge zur Wis­senschafts­geschichte, 3), S. 322. Unter­la­gen, die im Zusam­men­hang mit dem Über­gang des Grund­stück­seigen­tums auf die Uni­ver­sität Ham­burg und den Aus­gle­ich für die Ham­burg­er Stu­den­ten­hil­fe e. V. ste­hen, wie etwa Grund­buchauszüge, kon­nten bis­lang noch nicht einge­se­hen und aus­gew­ertet werden.
  26. Ger­hardt Lud­wig, „Die Akademis­che Musikpflege. Chro­nol­o­gis­ch­er Überblick“, in: JüJü. Jür­gen Jür­gens, der Mon­tever­di-Chor Ham­burg und die Akademis­che Musikpflege der Uni­ver­sität Ham­burg von den Anfän­gen bis 1994, hrsg. von Robert Schomack­er, Norder­st­edt 2015, S. 111, 117. Wie weit der unverän­derte Ein­satz eines exter­nen Chores dem Gedanken der „Uni­ver­sitätsmusik“ gerecht wird, zumal dadurch die Nutzung des großen Hör­saales und ander­er Räume dur­chaus zum Nachteil der Musik­wis­senschaften eingeschränkt wird, sei dahingestellt.
  27. Brief Präsi­dent der Uni­ver­sität Ham­burg an das Bezirk­samt Eims­büt­tel sowie den Sen­a­tor der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg für Wis­senschaft und Forschung sowie die Finanzbe­hörde (Liegen­schaftsver­wal­tungAZ 41/91.72–63), 20.12.1979, in: Bau­maß­nah­men 1986–1999, Unter­ak­te Neue Raben­str. 13, 1979/1980/1981, Insti­tut­sarchiv Sys­tem­a­tis­che und His­torische Musik­wis­senschaft, Uni­ver­sität Ham­burg. Brief  Uni­ver­sität Ham­burg an Hochschu­lamt (AZ 41/91.72–63), 20.6.1980, in: Bau­maß­nah­men 1986–1999, Unter­ak­te Neue Raben­str. 13, 1979/1980/1981, Insti­tut­sarchiv Sys­tem­a­tis­che und His­torische Musik­wis­senschaft, Uni­ver­sität Ham­burg. Zuvor war bere­its die Sper­rung der Räume im 2. OG, der Bib­lio­thek im 1. OG sowie des Sem­i­nar­raumes mit sofor­tiger Wirkung wegen akuter Ein­sturzge­fahr erfol­gt. „Auf­grund der geschilderten Maß­nah­men ist der Lehr- und Forschungs­be­trieb im Musik­wis­senschaftlichen Insti­tut ab sofort eingestellt wor­den“. Die Büch­er- und Schallplat­tenbestände der Bib­lio­thek wur­den soweit wie möglich Anfang Dezem­ber 1979 im Keller des Gebäudes ein­ge­lagert. Brief Ver­wal­tung der Uni­ver­sität Ham­burg an Prof. Con­stan­tin Floros (AZ 42/91–72.63), 6.12.1979, in: Bau­maß­nah­men 1986–1999, Unter­ak­te Neue Raben­str. 13, 1979/1980/1981, Insti­tut­sarchiv Sys­tem­a­tis­che und His­torische Musik­wis­senschaft, Uni­ver­sität Hamburg.
  28. Eine vom Bauamt der Freien und Hans­es­tadt Ham­burg, Bezirk­samt Eims­büt­tel, Hochbau­abteilung, erstellte und der Uni­ver­sität Ham­burg mit Brief vom 21.1.1980 vorgelegte Nutzen-Kosten-Unter­suchung nach § 7 Lan­deshaushalt­sor­d­nung hat­te voraus­sichtliche Kosten der Grun­dren­ovierung in Höhe von rd. 5,77 Mio. DM ergeben, die noch höher aus­fall­en kön­nten, wenn sich im Zuge der Bau­maß­nah­men weit­ere Schä­den her­ausstellen soll­ten. Ein Neubau am gle­ichen Ort und mit gle­ich­er Nutzfläche hätte demge­genüber rd. 7,04 Mio. DM gekostet. Aller­dings wäre eine ver­gle­ich­bare bauliche Aus­las­tung des Grund­stück­es wie bei der vorhan­de­nen Vil­la aus bau­rechtlichen Grün­den über­haupt nicht mehr möglich gewe­sen. Da wed­er eine Min­derung der Nutzungs­flächen um rd. 50 % für die Musik­wis­senschaft hin­nehm­bar war, noch ver­gle­ich­bare (Bau-)Grundstücke in ähn­lich­er Nähe zur Uni­ver­sität zur Ver­fü­gung standen, insistierte man seit­ens der Uni­ver­sität Ham­burg auf eine Grund­sanierung der vorhan­de­nen Villa.